· 

Unterwegs in der Rhön

Wettervorhersage für das Wochenende:

Regen. Manchmal unterbrochen von noch mehr Regen, bei angenehmen Temperaturen um die fünf bis sechs Grad Celsius. Also nichts, was Jens und mich von unserer geplanten Rhöntour abhalten konnte. So machten wir uns also am Freitagnachmittag nach der Arbeit auf den Weg in die Rhön. Das Auto stellten wir in der Nähe des Feldberges ab, auf dem wir unser erstes Nachtlager aufschlagen wollten.

 

Schon nach den ersten Kilometern bekamen wir einen ordentlichen Regenschauer ab, der aber bald in einen permanenten Nieselregen überging und uns noch eine Weile begleitet hat. Das Wetter bescherte uns einen schönen Doppel-Regenbogen. Leider brauchte ich zu lange um die Kamera heraus zu kramen um ihn noch komplett aufs Foto zu bekommen.

 

 

Wie bestellt hörte der Regen zum Lagerbau auf. So konnten wir unser Nachtlager trocken aufbauen. Ich entschied mich für die Hängematten-Variante, während Jens die Tarptauglichkeit seines Ponchos ausprobieren wollte. Zum Glück hatte er seinen Unterschlupf genau richtig ausgerichtet, so, dass er später vor dem aufkommenden Wind und wieder einsetzenden Regen gut geschützt war. So sind wir beide die Nacht trocken geblieben. Die +5C° stellten für unsere Schlafsäcke keine Herausforderung dar.

 

Für das abendliche leibliche Wohl sorgte auf dieser Tour Jens. An diesem Abend verwöhnte er uns mit Kuskus (mit Gemüse, Datteln, Hähnchenfleisch) und Rotwein.

 

 

Am Morgen stärkten wir uns Müsli und einem kräftigen Kaffee bevor wir uns auf den Weg zur Kaskadenschlucht machten. Natürlich hielt sich das Wetter an die Vorhersage und so regnete es bis zum Nachmittag fast durchgängig. Das war nicht weiter schlimm - aber machte es fast unmöglich zu fotografieren.

 

 

In der Schlucht ging es permanent bergauf, was uns unter unseren Ponchos ordentlich ins Schwitzen brachte. Von der Schlucht aus ging es dann direkt ins Rote Moor. Dort steht ein, glücklicher Weise überdachter, Aussichtsturm auf dem wir uns erst einmal einen wärmenden Tee zubereiteten. Nach der alten Regel: "Nach nass kommt kalt" war das auch verdammt nötig.

 

Erstaunlicher Weise waren wir selbst bei diesem Wetter nicht die Einzigen die im Roten Moor unterwegs waren. Eine Gruppe Wanderer lies während einer kurzen Pause auf dem Turm und einem netten Gespräch einen Flachmann mit geistlichem Inhalt kreisen.

 

 

Noch immer motiviert verließen wir das Rote Moor und überquerten den Heidelstein. Dann liefen in einem Bogen zu Ulsterquelle, an der wir unsere Wasservorräte auffüllten. Die Hütte nutzten wir direkt für eine Brotzeit mit Salami, Käse und frischem Minztee.

 

Fast unbemerkt verbesserte sich das Wetter stetig und wir bekamen endlich etwas Sonne ab. Dennoch beschlossen wir von der geplanten Tour abzuweichen und das Auto anzusteuern. Denn wir hatten die Gegend für die geplante Übernachtung viel zu früh erreicht. So machte es keinen Sinn auf der Route zu bleiben. Denn sonst hätten wir uns Abends mitten im Naturschutzgebiet befunden. Und sinnlos auf der Stelle treten wollten wir aber auch nicht. Deshalb beschlossen wir ein kleines Stück mit dem Auto zu fahren und in einer Ruine zu nächtigen.

 

Zuvor galt es aber noch die 6km zum Auto zu bewältigen.

 

 

Als wir an der Ruine ankamen war inzwischen richtig gutes Wetter. Es war zwar windig aber trocken und in der Sonne richtig warm. So konnten wir unsere Schlafsäcke noch einmal lüften und das Tarp trocknen.

 

Die folgenden Fotos sind teilweise am nächsten Morgen aufgenommen als die Burg einen geheimnisvoll anmutenden Nebel gehüllt war.

 

 

Im Burghof befand sich eine angelegte Feuerstelle die wir direkt nutzen konnten um unser Abendessen, einen leckeren Eintopf, zu kochen. Als wäre es geplant gewesen,, fing es zu regnen an als wir uns in unsere Schlafsäcke verkrochen hatten.

 

 

Nach dem Frühstück packten wir unseren Kram zusammen und machten uns auf den Heimweg. Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir vielleicht noch etwas Strecke gemacht. So aber stand das Auto zu nahe am Nachtlager :) was eine unwiderstehliche Versuchung darstellte.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es eine sehr schöne Tour war an der es nichts auszusetzen gab: Das genutzte Material hat gut durchgehalten und alles hat funktioniert wie es sollte. Das Wandern mit Jens macht einfach Spaß!

Besonders zu erwähnen ist, dass die von uns genutzten Wanderwege allesamt in einem sehr guten Zustand waren. Wie wir erfahren haben, werden die Wege, die Schutzhütten und was alles dazu gehört von einem Verein gepflegt und Instand gehalten. Danke dafür!