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Soonwaldsteig - Erster Anlauf

Im Nachhinein stellt sich die Frage, wer hier wen bezwungen hat... Wieder einmal habe ich die verfluchten zu erzwingenden Höhenmeter bei der Planung außer Acht gelassen: Aber hey, manche Dinge müssen halt richtig weh tun bevor man es lernt! Vor allem wenn man als untrainierter Bewegungslegastheniker, wie ich einer bin, so schwer bepackt auf eine solche Tour geht, sollte man dringend mehr Zeit und mehr Pausen einplanen. Ich habe ganz klar meine Kondition überschätzt. Aber mit den richtigen Leuten, die auch unter extremen Strapazen die gute Laune nicht verlieren und immer das Beste aus der Situation ziehen können, kann auch eine solche Selbstgeißelung Spaß machen - ich glaube da spreche ich für uns alle drei.

 

So ist aus der anfänglich geplanten Tour mit 65,5 km (1910 Höhenmetern, 2,5 Tage) eine Tour mit 35,2km (950 Höhenmetern, ca. 24h) geworden.

 

Das war die ursprünglich geplante Tour. (Screenshot von www.komoot.de)
Das war die ursprünglich geplante Tour. (Screenshot von www.komoot.de)
Das ist die tatsächliche Tour. (Screenshot von www.komoot.de)
Das ist die tatsächliche Tour. (Screenshot von www.komoot.de)

 

Schon der erste Anstieg brachte uns richtig ins Schwitzen. Aber wir wurden schnell durch den Ausblick auf die Ruine Stein-Kallenfels bei Kirn belohnt. Nur leider ist sie derartig einsturzgefährtet, dass sie nicht betreten werden darf . Was muss das einst für ein mächtiges Gebäude gewesen sein:

 

 

Immer wieder trafen wir auf kleine Bäche und Wasserfälle. Sie führten eine Menge Wasser, was wahrscheinlich an der Schneeschmelze und der vergangenen Niederschläge lag.

 

 

Unser Nachtlager schlugen wir in den Mauern Ruine der Schmidtburg auf. Leider gibt es vom Lager keine schönen Fotos. Ich kann aber zu übertreiben behaupten, dass es sich um ein wildromantisches Lager mit Feuerstelle handelte. Für das Abendessen garten wir uns in der Glut des Lagerfeuers Kartoffeln, Zwiebeln und die frische Forellen. Natürlich durfte Weißwein nicht fehlen.

 


 

Wir hatten auch in der Nacht Glück mit dem Wetter: Es blieb trocken und weitestgehend windstill. Irgendwann klarte der Himmel auf und sogar der Mond kam heraus. In der Früh habe ich -4C° am Thermometer abgelesen und die Tarps waren mit einer leichten Reifschicht bedeckt.

 

Nach dem Frühstück blieb uns leider nicht viel Zeit die Schmidtburg genauer zu erkunden, denn zu diesem Zeitpunkt wollten wir das geplante Ziel unbedingt noch erreichen. Aber für ein paar Eindrücke hat es dennoch gereicht.

 

 

Das Ziel vor nicht mehr ganz vor Augen, erschöpft und mit schmerzenden Füßen machten wir Rast auf dem Teufelsfels im Schutze der Teufelshütte. Bei Tee, Beef-Jerky, Aschefleisch, Brot und Nüssen berieten wir über den weiteren Verlauf der Tour. Einstimmig beschlossen wir, dass es wohl das Beste wäre die geplanten Brandenburger-Schaschlik bei Torsten im heimischen Grill zuzubereiten. So traten wir den Heimweg an.

 

 

Abends, einmal duschen und umziehen später gab es die Brandenburger-Schaschlik und kühles Pils.

 

 

Fazit:

 

Die Tour war insgesamt sehr schön. Wir haben gegessen wie Könige und hatten wunderbares Wetter in einer wirklich schönen Gegend. Wir kommen auf jeden Fall wieder und bezwingen den Steig wie ursprünglich geplant. Natürlich nicht ohne die Ausrüstung zu optimieren und deren Gewicht zu reduzieren.


Ich persönlich bin zeitweise an meine körperlichen Grenzen gestoßen. Die Summe aus Strecke pro Zeit + Höhenmeter + Rucksackgewicht habe ich deutlich unterschätzt. Das wird bei kommenden Touren etwas anders laufen.

 

Die Schmidtburg wird noch (mindestens) einmal exklusiv besucht, das steht schon mal fest. Ich möchte auf jeden Fall die Burg selbst und deren Umgebung genauer erkunden. Da gibt es noch eine Menge zu erkunden. Auch meinen Sohn konnte ich durch die Fotos bereits begeistern.

 

 

Dann steht noch ein, noch nicht genauer geplantes, B.u.G.-inklusive-Familie-Treffen mit ordentlich Essen, Trinken und Übernachtung auf der Schmidtburg an.