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Hohe Hölle

Diesmal waren Jamie und ich auf dem "Hohe Hölle" in der Rhön. Es hat ordentlich geschneit und eigentlich wollten wir endlich mal wieder eine Nacht im Schnee verbringen. Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Als wolle der Berg die Richtigkeit seines Namens beweisen hat er es uns nicht allzu leicht gemacht.

 

 

An für sich ist das eine schöne Gegend, aber für uns Bushcrafter hat sich das schnell relativiert. Denn mit dem Schnee kamen natürlich auch die Wintersportler. (Das ist wirklich nicht böse gemeint!) Das machte sich schon am Anfang bemerkbar, denn das ursprünglich von uns anvisierte Ziel war dermaßen überbevölkert, dass die Parklätze voll und die Landstraße als solche genutzt worden ist. Also folgten wir der Straße noch ein Stück und landeten so auf dem "Hohe Hölle".

Das Wetter zeigte sich von seiner spannenden Seite und belohnte unsere Hartnäckigkeit mit Abwechslung: Von Sonnenschein mit blauem Himmel, starkem Schneefall und Wind hatten wir alles. Teilweise hatten wir sogar richtig gute Weitsicht. Ein richtiges Abenteuerwetter für richtige Kerle.

 


 

Richtig schwer zu schaffen machte uns allerdings meine glorreiche Idee unseren Kram auf zwei handelsüblichen Schlitten transportieren zu wollen. - Schon die erste Steigung erforderte dermaßen viel Kraft, dass es eigentlich schlauer gewesen wäre die Dinger direkt wieder zum Auto zu bringen. Aber auf die Idee kam ich nicht. Wie zwei störrische Esel ochsten wir den Kram den verdammten Berg hoch. Ständig versanken die Schlitten bis zu den Sitzflächen im tiefen Schnee und wenn das nicht passierte, kippte einer von beiden um. Super Neuschnee! Später, als der Weg es zulies, banden wir beide Schlitten zusammen, was die Stabilität enorm verbesserte. Damit kippten sie zwar nicht mehr um, doch das Versinken war nach wie vor ein Problem.

 

 

Dazu kam, dass alle brauchbaren möglichen Lagerplätze mit Stacheldraht umzäunt waren und wenn das mal nicht der Fall war, dann handelte es sich um ein Naturschutzgebiet. Und Naturschutzgebiete sind nun mal Tabu und dort sollte  man auf keinen Fall lagern. Mir sind noch nie soviele in Stacheldraht gesäumte Wege aufgefallen. Das schränkte die Möglichkeiten insgesamt sehr ein. Doch irgendwann fanden wir einen Lagerplatz, der perfekt schien: Von hinten durch eine Anhöhe geschützt und nach vorn eine wahnsinns Aussicht. Aber leider stellte er sich als absolut untauglich heraus da sich die Heringe fürs Tarp nicht im Boden versenken lassen wollten. - Ohne Dach übern Kopf war an eine Übernachtung mit Kind draußen bei dem Wetter undenkbar. So wäre aus der Bushcraft-Tour schnell eine riskante Survival-Tour geworden. So beschlossen wir den Abbruch. Aber davon haben wir uns die Stimmung auch nicht verhageln lassen, denn gut gegessen haben wir trotzdem.

Insgesamt war es trotz allem eine schöne Tour bei der wir eine Menge dazu gelernt haben. Die Idee mit den Schlitten halte ich nach wie vor für eine Gute - wenn auch mit sehr viel Verbesserungspotential. Es bleibt spannend! 

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