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Gedanken zum Thema Outdoor

Outdoor - wieder so ein Anglizismus. Aber Außenaktivitäten klingt irgendwie nicht so spannend, oder?
Was verstehe ich unter Outdoor und was hat mich wieder nach draußen gebracht?

 

Irgendwann kam das Gefühl auf etwas aktiv tun zu müssen. Der Bewegungsdrang ist wieder erwacht und die eigenen vier Wände wurden dafür zu eng: Ich musste raus!

Angefangen habe ich mit Joggen. Der Wille war da und so wurde die Ausdauer schnell besser und die Strecke länger. Doch dieses stumpfe immer-wieder-die-gleiche-Strecke-rennen ist für mich nicht die Erfüllung. Es ödet mich an! Ich habe keinerlei Ambitionen eine gewisse Strecke in einer gewissen Zeit zu schaffen. Wofür? Für Wen? - Also landeten die Laufschuhe schnell wieder im Schrank. Genauso ging es mir mit langweiligem Bahnen-Schwimmen und ziellosem Radfahren. Stumpfsinnige Fortbewegungssportarten ohne Ziel sind einfach nichts für mich. Zeit- und Energieverschwendung. Auch fehlt mir der Sinn dafür mich ständig mit jemandem zu messen - nicht mal mit mir selbst. Ich hab es versucht! Aber es ist mir egal ob ich eine Strecke in 30min schaffe oder in 60 - und ja es ist mir auch egal was meine Pulsuhr, die Waage oder die digitale Auswertung dazu sagen. Sollen doch andere sich um des Abstrampel-Willens abstrampeln. Ich brauche etwas für alle Sinne und nicht nur für die Füße.

 

In Gesprächen mit einem Freund, dem es ähnlich ging wurde immer wieder klar, dass man müsste wenn man könnte wenn einem was einfiele... wie so oft eben. Doch irgendwann kamen die Themen Survival und Bushcraften auf. Auf dem ersten Blick erscheint das alles wie Kinderkram: Erwachsene Männer die im Wald herumstreunen und auch noch dort übernachten. Noch absurder scheint es auf Survival-Notsituationen vorbereitet zu sein: Wie wahrscheinlich ist eine Zombie-Invasion bei der man dieses Survival-Zeugs anwenden könnte?

 

 Von Freunden belächelt begann ich mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen und verschmolz Survival, Bushcraft, Wandern, Klettern und Fotografieren zu meinem Hobby. Dabei picke ich mir die für mich spannendsten Dinge aus jedem Thema ohne zu sehr ins Extrem zu gehen. Zumindest ziehe ich (noch) nicht nur mit einem Messer ausgerüstet in den Wald um zu schauen wie lang ich es dort ohne die eine oder andere Errungenschaft unserer Zivilisation aushalte... obwohl... wenn ich drüber nachdenke... wäre es vielleicht doch mal ganz spannend... Ob das alles nun Buscraft, Survival oder sonst wie genannt wird ist mir ziemlich wurscht. Es ist mein Ding, ob es nun in eine Schublade passt oder nicht.

 

 Jedenfalls treibe ich mich inzwischen schon fast eine ganze Weile da draußen herum und habe mir schon einiges an Wissen und Kniffen angeeignet. Nach wie vor finde ich da draußen die Entspannung und die Ruhe die ich brauche. Natur ist eben doch mehr als der Blumentopf auf der Fensterbank. Das Beste allerdings daran ist allerdings, dass mein Sohn sich davon anstecken lassen hat.

 

Kai.

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